Die Vietnamesisch-Deutsche Universität (VDU) wurde am 10. September 2008 eröffnet
In Saigon, wurde am 10. September 2008 die Vietnamesisch-Deutsche Universität (VDU) vom Hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch und dem vietnamesischen Vizepremier- und Wissenschaftsminister Prof. Dr. Nguyen Thien Nhan eröffnet
In Saigon wurde am 10. September 2008 die Vietnamesisch-Deutsche Universität (VDU) vom Hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch und dem vietnamesischen Vizepremier- und Wissenschaftsminister Prof. Dr. Nguyen Thien Nhan eröffnet. Die fachliche Ausrichtung der ersten staatlichen internationalen Universität in Vietnam liegt zunächst schwerpunktmäßig auf den Ingenieur-, Wirtschafts- und Gesundheitswissenschaften. Für das Wintersemester 2008/2009 sind Bachelor-Studiengänge in Elektrotechnik und in Bauingenieurwesen mit insgesamt 70 Studienplätzen vorgesehen. Das Fächerspektrum wird dem Bedarf entsprechend sukzessive ausgebaut.
Die VDU basiert auf einem Kooperationsabkommen des Ministeriums für Erziehung und Ausbildung der Sozialistischen Republik Vietnam und des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst. Nach ersten Plänen für das Projekt im Herbst 2006 waren die Gründungsdokumente am 29. Februar 2008 in Hanoi unterzeichnet worden. Die VDU orientiert sich an deutschen Qualitätsstandards, am deutschen Universitätsmodell und hier insbesondere an den auf weitgehende Autonomie setzenden Hochschulmodellen in Hessen. Denn auch die VDU soll einen besonderen Autonomie-Status genießen. Das Land Hessen und der Bund werden in den nächsten Jahren jeweils 1,5 Millionen Euro für die Universität aufwenden. Die Kosten für den Aufbau der Infrastruktur übernimmt die vietnamesische Regierung.
Die VDU soll sich in den nächsten Jahren zur führenden Forschungsuniversität in der Region entwickeln. Ein Kooperationsvertrag mit dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg sichert bereits die Grundlage für die Einbindung baden-württembergischer Hochschulen in das Projekt. Kooperationsabkommen mit weiteren Bundesländern sind in Vorbereitung.
Gründungspräsident der VDU ist der frühere Präsident der Fachhochschule Frankfurt, Prof. Dr. Wolf Rieck. Mittelfristig sollen an der Hochschule Abschlüsse auf allen Studienstufen möglich sein (Bachelor, Master, Promotion). Studien- und Abschlussarbeiten können kooperativ von deutscher und vietnamesischer Seite betreut werden. Die Qualitätssicherung der VDU erfolgt über verschiedene Instrumente, wie etwa Akkreditierung der Studienprogramme, Evaluationen und Weiterbildung des Lehrpersonals. Ein besonderes Profilmerkmal der VDU ist die enge Zusammenarbeit mit der Wirtschaft. Dadurch wird ein ausgesprochener Praxisbezug der Ausbildung garantiert, was die Beschäftigungsfähigkeit und die Karriere-Chancen der Absolventen deutlich verbessert. Als Beitrag zum „Capacity Building“ in Vietnam ist auch vorgesehen, die Forschungskompetenzen des wissenschaftlichen Nachwuchses zu stärken.
Projektpartner auf vietnamesischer Seite sind das Ministry of Education and Training (MOET), das Ministry of Planning and Investment (MPI), das Ministry of Science and Technology (MOST) sowie die National University Ho Chi Minh City, die die VDU in der Aufbauphase unterstützt.
Auf
deutscher Seite sind als Partner zu nennen: das Auswärtige Amt, das
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), der Deutsche
Akademische Austauschdienst (DAAD), der World University Service (WUS), das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg sowie eine Reihe namhafter Unternehmen.
Zur Unterstützung des Aufbaus und des Betriebs der VDU soll darüber hinaus ein gemeinnütziger Konsortialverein gegründet werden, dem alle deutschen Hochschulen beitreten können, die aktiv am Aufbau der VDU mitwirken wollen. Ein erster Schritt hierzu wurde am 20. August 2008 gemacht, als sich hessische und baden-württembergische Hochschulen im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst zu einem Vorbereitungstreffen zusammenfanden. Der Konsortialverein soll als zuverlässiger Mittler zwischen der VDU und deutschen Institutionen auf Bundes-, Länder- und Hochschulebene die Verantwortung für die ordnungsgemäße Verwendung öffentlicher Mittel übernehmen und Kooperationen mit engagierten deutschen Hochschulen initiieren.